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Im Einsatz zählt Ihr JA

Pasching: Wagner Stahl und Gemeinde setzen Zeichen für die Freiwillige Feuerwehr

Wenn in Pasching der Alarm losgeht, zählt jede Minute. Brände, Verkehrsunfälle, Überschwemmungen, Sturmschäden, Wohnungsöffnungen oder Ölspuren – die Freiwillige Feuerwehr ist rund um die Uhr gefordert. Doch gerade tagsüber zwischen 9 und 17 Uhr wird es immer schwieriger, genügend Einsatzkräfte zu mobilisieren. Denn viele Mitglieder sind in dieser Zeit in ihren Betrieben gebunden. Über diesen Personalmangel berichten mittlerweile auch zahlreiche Medien in ganz Österreich. Immer weniger Freiwillige dürfen ihren Arbeitsplatz verlassen, wenn es ernst wird.

In Pasching stellen derzeit nur zwei Arbeitgeber Mitarbeiter ohne Einschränkungen frei: das Gemeindeamt und die Firma Wagner Stahl. Bürgermeister Markus Hofko ist – wenn es seine Zeit erlaubt – bei Tageseinsätzen mit dabei. Unterstützt wird er dabei von zwei Mitarbeiterinnen des Gemeindeamts, die ebenso für Einsätze freigestellt sind. Bei Wagner Stahl gilt die gleiche Haltung: „Wenn die Feuerwehr ruft, sind wir dabei – ohne Wenn und Aber“, sagt Geschäftsführerin Christine Wagner. Urlaub oder Zeitausgleich müssen dafür selbstverständlich nicht geopfert werden.

Ein Beispiel ist Dominik Wögerbauer, der jährlich rund 200 Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr Pasching leistet. Er ist bei Wagner Stahl als Logistiker und Vertriebsmitarbeiter beschäftigt und zusätzlich Brandschutzverantwortlicher im Unternehmen. Etwa drei Viertel seiner Einsätze finden tagsüber statt – genau dann, wenn die Einsatzbereitschaft besonders herausfordernd ist.

Im Zusammenhang mit der Feuerwehr taucht oft das sogenannte Floriani-Prinzip auf – eine ironische Bezeichnung, die auf den Schutzheiligen der Feuerwehr, den Heiligen Florian, zurückgeht. Der alte Spruch lautet: „Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd’ andre an.“ Gemeint ist die Haltung, Verantwortung lieber anderen zu überlassen. Gerade bei der Feuerwehr wird die Absurdität dieses Prinzips besonders deutlich: Einsatzkräfte riskieren ihr Leben, um Hab und Gut oder gar Menschenleben zu retten – und das ehrenamtlich und unentgeltlich. Unterstützung durch die Arbeitgeber ist daher keine Kür, sondern eine Voraussetzung, damit dieses System weiter funktioniert.

Für Christine Wagner ist klar: Die Unterstützung der Feuerwehr ist mehr als ein soziales Engagement. „Feuerwehrleute bringen enorme Kompetenzen mit – Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Erfahrung in Krisensituationen. Das sind Qualitäten, von denen auch Betriebe profitieren.“ Zudem sei es eine Investition in die Sicherheit des eigenen Unternehmens. „Wir wissen, wie lange Minuten werden können, wenn man auf Hilfe wartet“, so Wagner.

Mit einer eigens produzierten Videokampagne möchte Wagner Stahl dieses Thema verstärkt ins öffentliche Bewusstsein rücken – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern durch das positive Beispiel. Ziel ist es, andere Firmen zu ermutigen, es ebenso zu handhaben und ihre Mitarbeiter für den Ernstfall freizugeben.

Damit die Feuerwehr auch in Zukunft handlungsfähig bleibt, braucht es die Unterstützung vieler Betriebe – nicht nur in Pasching, sondern in ganz Österreich. „Jede Firma, die ihre Mitarbeiter freistellt, trägt dazu bei, unsere Sicherheit zu gewährleisten und unseren Zusammenhalt zu stärken“, betont Wagner.

Im Einsatz zählt Ihr JA – dieser Satz könnte Leitmotiv für alle Arbeitgeber sein. Denn nur gemeinsam kann das System der Freiwilligen Feuerwehr funktionieren, auf das sich unser Land seit Jahrzehnten verlässt.

 

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